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Kohlenmonoxid im Haus: Symptome erkennen und vorbeugen

ca. 5 Leseminuten in Zusammenarbeit mit Stefan Arnaldi, Gebäudeversicherung Bern GVB
Heizkörper in einem Wohnraum als mögliche Gefahrenquelle für Kohlenmonoxid bei defekten oder schlecht gewarteten Heizungsanlagen.

Immer wieder passiert es, dass Personen durch Kohlenmonoxid vergiftet werden– oftmals mit tödlichen Folgen. Eine grosse Gefahr geht dabei von defekten, nicht gewarteten oder unsachgemäss genutzten Heizungsanlagen aus. Mit diesen Massnahmen kannst du dich vor CO-Vergiftungen schützen.

Experte in diesem Artikel

Stefan Arnaldi, Gebäudeversicherung Bern(GVB)

Stefan Arnaldi
Gebäudeversicherung Bern GVB

Stefan Arnaldi ist Teamleiter der Fachstelle Brandschutz bei der Gebäudeversicherung Bern (GVB). Er verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen Brandschutz, Heizungs- und Lüftungstechnik.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kohlenmonoxid ist ein farb-, geruch- und geschmackloses Atemgift, das den Sauerstofftransport im Blut stark beeinträchtigt und bereits in höheren Konzentrationen lebensgefährlich werden kann.
  • Defekte oder schlecht gewartete Heizungsanlagen gehören zu den häufigsten Ursachen für CO-Vergiftungen. Auch verstopfte Schornsteine, unzureichende Belüftung oder vereiste Abgasleitungen erhöhen das Risiko.
  • Eine regelmässige Wartung von Heizungen, Öfen, Kaminen und Gasgeräten durch Fachleute hilft, Gefahren frühzeitig zu erkennen und Unfälle zu vermeiden.
  • CO-Melder können vor gefährlichen Gaskonzentrationen warnen, ersetzen jedoch nicht die fachgerechte Kontrolle und den sicheren Betrieb von Feuerungsanlagen.

Gefahren durch Kohlenmonoxid

Kohlenmonoxid (CO) entsteht durch unvollständige Verbrennung oder durch Defekte bei schlecht gewarteten Holz-, Öl- oder Gasheizungsanlagen. So stellen Gasherde bzw. Gas- und Holzkohlegrille in Räumen ein beträchtliches Gefahrenpotenzial dar. Auch verstopfte oder vereiste Schornsteine und Cheminées können zu CO-Vergiftungen führen. Zur Gefahr wird Kohlenmonoxid auch, weil es wegen seiner kleinen Molekülgrösse Wände einfach durchdringen kann.

Gemäss Bundesamt für Statistik starben in der Schweiz zwischen 1997 und 2014 jährlich im Schnitt 23 Menschen an einer CO-Vergiftung und Hunderte mussten sich deswegen jedes Jahr in Spitalpflege begeben.

Welche Vergiftungssymptome treten auf?

Die Symptome einer CO-Vergiftung ähneln jenen einer Grippe. Meistens beschweren sich betroffene Personen über eines oder mehrere dieser Anzeichen:

  • Übelkeit
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Atemlosigkeit
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Gefahrenquelle Heizungsanlagen

Häufig ist eine CO-Vergiftung in Wohngebäuden durch einen Abgasrückstau bei der Heizung zurückzuführen. Das Abdichten von Fenstern, Zukleben von Abluftgittern etc. erhöht das Risiko. 

Bei Gasgeräten mit raumluftabhängiger Betriebsweise kann bei bestimmten Schornsteinverhältnissen, beim Anfahrbetrieb, wenn der Kamin noch nicht richtig zieht, oder beim Heizen mit maximaler Heizleistung kurzzeitig Kohlenmonoxid in höheren Konzentrationen austreten. Deshalb muss der Aufstellraum gross genug sein, um das Abgas soweit zu verdünnen, dass es ungefährlich ist.

Bei extremer und langanhaltender Kälte besteht zudem die Gefahr, dass das in Abgasleitungen von Heizungen gebildete Kondenswasser gefriert und die Abluft nicht mehr austreten kann.

Heizungsanlagen regelmässig warten lassen

Vorsorge ist der Schlüssel zur Vermeidung von CO-Vergiftungen:

Lass Anlagen wie:

  • Durchlauferhitzer
  • Gas-, Öl- und Holzöfen
  • Gasherde
  • Gas-, Öl- und Pelletheizungen
  • Cheminées
  • Kamine  

einmal jährlich bzw. zu Beginn jeder Heizperiode von Fachleuten prüfen und warten. Beachte auch unbedingt die jeweiligen Bedienungsvorschiften!

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Gefahrenquelle Pellets-Lager

Werden Holzpellets in einem geschlossenen Raum gelagert, kann sich durch einen chemischen Prozess CO bilden. Wird der Raum nicht belüftet, reichert sich das Gas an und vermischt sich mit der Atemluft. Für Personen, die diesen Raum betreten, können die Folgen fatal sein. Wir haben deshalb folgende Tipps für den Umgang mit Pelletheizungen:

  • Laien dürfen keine Einstellungen an der Anlage verändern und auch den Lagerraum nicht betreten.
  • Es sollten sich nur Fachleute in diese beiden Räume begeben, denn nur sie sind in der Lage, die Anlage unter optimalen Sicherheitsbedingungen zu warten. (Quelle: Suva)

Gefahrenquelle Heizpilze

Seit einigen Jahren schiessen Heizpilze förmlich aus dem Boden. Auch diese Gas-Heizstrahler setzen CO frei. Zudem können Fehlmanipulationen und -funktionen sehr gefährlich werden. Wir haben deshalb folgende Tipps für den Umgang mit Heizpilzen:

  • Sicherheitsabstand zur Umgebung
  • Betrieb ausschliesslich im Freien, also auch nicht in Party-Zelten und dergleichen
  • Sicherer Stand
  • Dichte Schläuche
  • Vorhandensein eines «Anti-Tilt-Systems», das die Gaszufuhr zum Brenner unterbricht, sollte der Heizpilz kippen
  • Übereinstimmender Gasdruck des Heizpilzes und der Gasflasche
  • Heizpilze mindestens alle zwei Jahre fachmännisch warten lassen

Als Alternative können sogenannte Heizlüfter oder Elektroheizer eingesetzt werden, welche die Luft erwärmen und mittels Gebläse im Raum verteilen. Diese verbrauchen jedoch sehr viel Strom und verwirbeln Staubpartikel. 

Umweltfreundlicher, sicherer und praktischer sind Infrarot-Heizstrahler. Sie können drinnen wie draussen eingesetzt werden und erwärmen nicht die Luft, sondern Menschen und Objekte im Strahlungsradius. Dadurch entstehen keine zusätzlichen Brandrisiken. 

CO-Melder helfen Unfälle vermeiden

Kohlenmonoxidmelder können vor Vergiftungen durch CO schützen. Diese funktionieren ähnlich wie Rauchmelder. Allerdings bieten diese Geräte keine absolute Sicherheit, da sich das Gas im Raum sehr unterschiedlich ausbreiten kann.

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