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Dachlawinen und Schneelast: Gefahr für Dächer

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Schnee und Eis auf dem Dach

Grosse Schneemengen auf Dächern können zu einer Gefahr werden - für Menschen, aber auch für Dachkonstruktionen und Wände. Erfahre, was bei Dachlawinen und Eiszapfen zu tun ist, wer haftbar gemacht werden kann und mit welchen Massnahmen du dich wirksam gegen Schneelastschäden schützt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Dachlawinen entstehen, wenn sich grosse Schneemengen vom Dach lösen und unkontrolliert abrutschen, sie gefährden Passantinnen und Passanten sowie Fahrzeuge und können zu erheblichen Schäden führen.
  • Hohe Schneelasten belasten die Dachkonstruktion stark, besonders Flachdächer und ältere Gebäude sind gefährdet, eine unzureichende Statik kann zu Verformungen oder im Extremfall zu einem Dacheinsturz führen.
  • Eigentümerinnen und Eigentümer sind in der Verantwortung, Risiken durch Schnee zu minimieren, etwa durch Schneefangsysteme, regelmässige Kontrolle und rechtzeitiges Räumen.
  • Bei Schäden durch Elementarschäden wie aussergewöhnlich starke Schneefälle greift in der Regel die Gebäudeversicherung, entscheidend ist jedoch, ob es sich um ein versichertes Naturereignis handelt.

Schneestopper gegen Dachlawinen

Viel Schnee kann zum Problem werden: Einerseits auf Strassen, andererseits Dächern, auf denen die Schneemengen gerne ins Rutschen geraten und als Dachlawine zu Boden donnern oder wenn sie liegen bleiben und zu Lastschäden führen können.
Zu den wichtigsten Schutzmassnahmen gehört die Anbringung von Schneestoppern, Schneeauffanggittern oder Schneefangrohren auf den Gebäudedächern. Bei grosser Gefahr solltest du ausserdem die Räumung des Daches veranlassen und den Bereich darunter vorsorglich absperren.

Photovoltaikanlagen und Dachlawinen

Schneedach mit Photovoltaikanlage
Bei Dächern mit Photovoltaikanlagen können Schneestopper helfen.

Eine zusätzliche Herausforderung bei der Vermeidung von Dachlawinen sind Photovoltaikanlagen, denn die einzelnen Module bieten dem Schnee wenig halt. Speziell entwickelte Schneestopper verhindern hier nicht nur den Abgang von Dachlawinen, sondern sorgen gleichzeitig für ein sicheres und gleichmässiges Abtauen. So wird eine punktuelle Überlastung auf Solardächern vermieden. 

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Wer haftet bei Dachlawinen?

In der Schweiz haftest grundsätzlich du als Eigentümerin oder Eigentümer eines Gebäudes für Schäden, die durch herabstürzende Schneemassen oder Eiszapfen vom Dach verursacht werden. Die rechtliche Grundlage bildet die Werkeigentümerhaftung. Demnach haftest du als Eigentümerin oder Eigentümer eines Gebäudes resp. des Daches verschuldensunabhängig für Schäden, die durch mangelhaften Unterhalt oder ungenügender Sicherung entstehen. Dazu gehört auch das Unterlassen rechtzeitiger Schneeräumung oder das Fehlen geeigneter Schneefangsysteme. Das gilt auch für Gebäude, die vermietet werden. Kommst du dieser Pflicht nicht nach, kannst du haftbar gemacht werden.

Werkeigentümerhaftung (OR 58)

Um ein Unglück zu vermeiden, sind aber auch Fussgängerinnen und Fussgänger und Autofahrerinnen und Autofahrer gefordert, selbstverantwortlich zu handeln. Die Haftung der Gebäudeeigentümerinnen und Gebäudeeigentümer kann bei offensichtlichen Risiken durch Mitverschulden der Geschädigten gemindert werden.

Die richtige Versicherung bei Dachlawinen

Da es trotz aller Sorgfaltspflichten nie eine hundertprozentige Sicherheit gibt, empfiehlt sich für dich als Hauseigentümerin oder Hauseigentümer der Abschluss einer Privathaftplichtversicherung. Dies, wenn du das Wohneigentum selbst bewohnst und es nicht mehr als drei Wohnungen enthält. Bewohnst du es nicht selbst, musst du eine Gebäudehaftpflichtversicherung abschliessen.

Schneelastschäden an Gebäuden vermeiden

Wenn Schnee in grosser Menge fällt oder durch Windverfrachtungen an einem Ort aufgetürmt wird, kann die hohe Schneelast auf Dächern zu einer Gefahr für Menschen, Gebäude und Sachwerte werden. Das Gewicht der Schneemassen unterscheidet sich dabei stark durch die Beschaffenheit der weissen Pracht. Während trockener Neuschnee pro Kubikmeter 30 bis 50 kg schwer ist, wiegt feuchtnasser Altschnee bis zu zehn Mal so viel. Durch die enorme Last können Dachkonstruktionen eingedrückt werden. Schäden können auch verspätet auftreten, zum Beispiel wenn es einige Tage nach intensiven Schneefällen in die Schneedecke hineinregnet.

Warum die Schneelast wichtig ist

Im Zentrum der Sicherung eines Gebäudes durch Schneelast steht die korrekte Bemessung der Dachkonstruktion und des Tragwerks gemäss der SIA-Norm 261. Dort werden Schneelasten als "ortsfeste veränderliche Einwirkungen" behandelt. In der Norm wird der charakteristische Wert der Schneelast auf ungestörtem horizontalem Gelände ausgeschieden und dann mit Dachformbeiwerten, Windexpositionsbeiwerten und thermischen Beiwerten modifiziert.

Bei einem Neubau kann bereits vor Baubeginn unter Berücksichtigung der örtlichen Windverhältnisse und der Windexposition auf einen vorteilhaften Standort geachtet werden. Bereits erstellte, zu schwach dimensionierte Bauteile wie Vordächer oder Wintergärten müssen verstärkt werden, auch wenn dies meist mit beträchtlichen Investitionen verbunden ist.

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Schnee auf Dächern sicher räumen

Im Zweifelsfall solltest du Dächer, Terrassen, Pergolen etc. von den Schneelasten oder Eiszapfen befreien. Dies gilt auch für Photovoltaikanlagen, wenn die Gefahr besteht, dass die Unterkonstruktionen der Module sich verformen und das Dach beschädigt werden könnte.

Arbeitende Personen müssen dabei abgesichert sein, die Räumung sollte abschnittsweise und von verschiedenen Seiten erfolgen, um Stabilitätsprobleme durch eine einseitige Belastung zu vermeiden. Zur Sicherheit solltest du bei diesen Arbeiten eine Fachperson zu Rate ziehen.

Schneedruck bei Hanglagen

Nicht nur auf dem Dach, sondern auch an Hängen kann der Schneedruck zu einem Problem für ein Gebäude werden. In diesem Fall für hangseitige Wände. Mit dem entsprechenden Schneedruck befasst sich die Norm SIA 261/1:2020. Schneedruck entsteht durch das langsame, anhaltende Gleiten und Kriechen der Schneedecke an Hängen. Wesentliche Einflussfaktoren sind die Höhe und Dichte der Schneedecke, die Neigung und die Exposition des Hangs sowie die Bodenbedeckung.

Mit konzeptionellen und verstärkenden Massnahmen lässt sich die Gefährdung von Personen und Sachwerten erheblich reduzieren, beispielsweise indem das Gebäude optimal geschützt in das Gelände eingepasst wird oder durch die Wahl einer geeigneten Gebäudeform und -ausrichtung. Zusätzlicher Schutz wird mit ausreichend dimensionierten und dem Gebäude vorgelagerten Schutzmassnahmen, wie Auffang- oder Ablenkmauern beziehungsweise -dämmen und Spaltkeilen erzielt.

Wann Schneeschäden versichert sind

Gebäudeschäden durch Schneelast sind als Folge eines Elementarereignisses versichert. Hätte der Schaden aber durch rechtzeitige, zumutbare Massnahmen verhindert werden können, oder ist der Schaden auf Konstruktionsfehler, Unterhaltsmängel oder eine nicht SIA-konforme Bauweise zurückzuführen, sind die Schäden nicht gedeckt.

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