Das Projekt, mit dem wir damals in den 1990er-Jahren gestartet haben, trug den Titel Königsweg. Es hat dann auch verschiedene Anregungen von Mitgliedern unseres Verbands gegeben. Ich erinnere mich noch, wie kritisiert wurde, dass der Titel Königsweg ein bisschen hochgestochen klinge (schmunzelt). Somit haben wir diesen Titel zunächst nicht weiterverfolgt. Die Grundidee, mit der wir den Leitfaden stetig weiterentwickelt haben, ist aber gleichgeblieben: Im ersten Schritt erfolgt eine Modernisierung dank einer Dämmung der Gebäudehülle, und im zweiten Schritt wird die Heizung ersetzt.
2017 ist dann der Wunsch aufgekommen, den Königsweg wieder aufleben zu lassen. Ich habe dieses Projekt übernommen und so den Königsweg e+ ins Leben gerufen. Die bisherigen beiden Schritte mit Modernisierung der Gebäudehülle und Heizungsersatz sind dabei gleichgeblieben. Neu hinzugekommen ist ein dritter Schritt, der den Einsatz von erneuerbaren Energien wie Photovoltaik oder Batteriespeichern vorsieht – daher auch der Zusatz e+.
Königsweg e+ auf einen Blick
Der Leitfaden Königsweg e+ baut auf den folgenden drei Schritten auf:
Etappe 1: Modernisieren: Gebäudehülle, Wärmedämmung
Mit einer besseren Gebäudehüllen-Dämmung kann bis zu zwei Drittel des Energieverbrauchs eingespart werden. Es ergibt aber durchaus Sinn, die Photovoltaikanlage gleich mit der Gebäudemodernisierung zu erstellen. So kann das Modul als Indachanlage die Funktion der Regendichtheit übernehmen und die Ziegeleindeckung kann weggelassen werden. Dies spart wiederum Kosten!
Etappe 2: Modernisieren: Heizung, Solarthermie
Im Anschluss an das Erneuern der Gebäudehülle wird die Haustechnik inklusive Heizung auf den reduzierten Energiebedarf des Gebäudes abgestimmt.
Etappe 3: Modernisieren: Photovoltaik, Batteriespeicher, Smart Home
In der dritten Etappe wird Sonnenenergie dank Photovoltaikmodulen (Aufdachanlagen) in elektrische Energie umgewandelt. Ein zusätzlicher Batteriespeicher kann den Eigenverbrauch erhöhen oder in abgelegenen Gebieten sogar den gesamten Strombedarf abdecken. Die verschiedenen Haustechnik-Elemente werden durch die Gebäudeautomation «Smart Home» dirigiert.