Eine Wartung von Photovoltaik-Anlagen ist nicht vorgeschrieben, weil sie keine technischen Verschleissteile umfassen. Die Gewährleistungsansprüche gegenüber dem Installationsunternehmen oder dem Produkthersteller gelten unabhängig davon. Allerdings ist der Besitzer respektive der Betreiber einer PV-Anlage für die Sicherheit und die Leistungsfähigkeit zuständig. Werden diese Sorgfaltspflichten vernachlässigt, kann im Streitfall eine Mitschuld daraus abgeleitet werden.
Eine Sonderstellung nimmt der Stromspeicher ein. Je nach Hersteller ist dafür eine regelmässige Wartung vorgeschrieben. Dies muss in der Dokumentation bei der Werkübergabe beschrieben sein und vom Installationsbetrieb an die Eigentümerschaft kommuniziert werden.
Gemäss Branchenempfehlungen dienen Wartungs- oder Monitoringverträge mit der PV-Installationsfirma dazu, der Eigentümerverantwortung gerecht zu werden. Dadurch lassen sich PV-Anlagen zum Beispiel fernüberwachen, damit Störungen unmittelbar bemerkt und behoben werden. Eine professionelle Wartung berücksichtigt das Verschmutzungsrisiko am jeweiligen Standort und erfolgt jeweils alle zwei bis drei Jahre mit visuellen Kontrollen vor Ort.
Monitoring: dauerhaftes Überwachen
Swissolar empfiehlt ein Monitoring für PV-Anlagen. Das permanente Erfassen des Stromertrags gewährt Einblicke in den Betrieb und gibt indirekte Hinweise auf Sicherheitsmängel. Mit dem Monitoring werden Betriebsstörungen oder -ausfälle aufgedeckt und automatische Warnmeldungen an Fachbetriebe weitergegeben. Ein Wechselrichter verfügt über integrierte Monitoringlösungen, mit denen Störmeldungen versandt werden können. Meistens können die Ertragsdaten auf einem Nutzer-Portal visualisiert werden, worauf allfällige Leistungsabweichungen erkennbar sind. Zur Behebung von Betriebsstörungen sind Fachleute beizuziehen.
Sicherheitscheck: visuelle Kontrolle vor Ort
Das Datenmonitoring garantiert nicht, dass jegliche Betriebsprobleme erkannt werden. Ist das Abdeckglas eines PV-Moduls nur äusserlich beschädigt, wird die Stromerzeugung dadurch nicht beeinflusst. Deshalb sind Sichtkontrollen nach Gewitter, Hagel oder Sturm sinnvoll, um Beschädigungen frühzeitig zu erkennen. Zu den ertragsmindernden Schäden, die von Auge erkannt werden können, gehören auch die Delamination – das Loslösen der Folie an der PV-Modul-Rückseite – oder eine Verfärbung der Oberfläche.
Der visuelle Sicherheitscheck umfasst zusätzlich ein Überprüfen der Konstruktion wie die Befestigung der PV-Module oder der Verkabelung. Zu kontrollieren sind im Weiteren: die UV-Beständigkeit der Schutzrohre, eine Versprödung des Isolationsmantels bei Installationskabeln, Korrosionserscheinungen und Schädlingsverbiss bei Stringkabeln.
Bei Sichtkontrollen wird ebenfalls die Verschmutzung der PV-Module beurteilt. Je geringer Letztere geneigt sind, umso grösser ist die Gefahr einer Verschmutzung. Russ, Staub, Pollen, Laub und Vogelkot können ihrerseits Leistungseinbussen verursachen.
Für die Begutachtung der PV-Anlage vor Ort muss das Dach zugänglich und begehbar sein. Unter Umständen ist eine Absturzsicherung zu installieren, zum Beispiel ein Geländer oder ein Anschlag für den Anseilschutz.
Wann die Reinigung empfohlen ist
Spezialfirmen und PV-Installateure kümmern sich auf Anfrage um die Reinigung von PV-Anlagen. Eine Reinigung soll spätestens alle fünf Jahre in Auftrag gegeben werden. Grosse Sorgfalt ist auf jeden Fall geboten: Werden PV-Module mit Leitungswasser gereinigt, können sich Kalkablagerungen bilden. Zudem ist darauf zu achten, dass kaltes Leitungswasser nicht auf aufgeheizte Oberflächen trifft. Ansonsten können Spannungsrisse auf dem Abdeckglas verursacht werden. Bei Reinigungsmitteln ist ebensolche Zurückhaltung empfohlen. Diese können Moduloberflächen angreifen und zum Verlust von Garantieansprüchen gegenüber dem Modulhersteller führen.