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Nützlinge und Nutztiere im Garten: Die besten Gartenhelfer

Im Überblick
Vater montiert mit seinem Kind ein Insektenhotel für die Nützlinge im Garten.

Nützlinge und Nutztiere nehmen uns im Garten viel Arbeit ab. So vertilgen sie zum Beispiel Schädlinge und bestäuben Pflanzen. Mit einigen einfachen Massnahmen kannst du Nützlinge in deinem Garten fördern und von ihnen profitieren. Wir zeigen dir die besten Bewohnerinnen und Bewohner für deinen Garten.

Insekten als Nützlinge im Garten

Gemeiner Ohrwurm

Der gemeine Ohrwurm ist ein fleissiger Jäger. Dabei zählen Blattläuse zu seiner besonderen Leibspeise. Dank des Nützlings können deine Pflanzen nun gesund und schädlingsfrei gedeihen. 
So kannst du den Ohrwurm in deinem Garten ansiedeln.

Rote Samtmilben

Die roten Samtmilben sind emsige Nützlinge. Im frühen Sommer bevölkern die scharlachroten, samtigen Spinnentiere den Garten und leisten ganze Arbeit. Dabei halten die Tiere Schädlinge von deinen Pflanzen fern und sorgen zudem für einen gesunden Gartenboden.
Mehr zu den nützlichen roten Samtmilben.

Rote Samtmilben
Die Rote Samtmilbe ist ein Nützling.

Marienkäfer

Die Marienkäfer leisten ganze Arbeit. Im Garten helfen die emsigen Krabbler, die Läuse an den Pflanzen loszuwerden. Sie vertilgen die Schädlinge in grosser Zahl. Wir stellen dir die Nützlinge vor.

Die Marienkäfer – kurz vorgestellt

Es ist der Glückskäfer schlechthin und einer der wohl beliebtesten Insekten – der Marienkäfer (Coccinella). Weltweit gibt es über 6000 Arten, in Europa sind es 75. Zu den wohl bekanntesten Vertretern der emsigen Nützlinge zählen: der Sieben-Punkt-Marienkäfer, der Zehn-Punkt-Marienkäfer, der Asiatische Marienkäfer sowie der Zweiundzwanzig-Punkt-Marienkäfer. Die schwarzen Punkte auf rotem Grund sind eine ihre Gemeinsamkeiten. Bei frisch geschlüpften Marienkäfern zeigt sich die Färbung jedoch erst nach wenigen Stunden. Dann ist das Chitin ausgehärtet und die Deckflügel färben sich leuchtend rot. Die symmetrisch angeorndeten schwarzen Punkte sind nun deutlich zu sehen. Der Kopf, die Brust sowie die Unterseite des Körpers und die sechs Beine sind meist schwarz gefärbt. Marienkäfer werden je nach Art 1 bis 12 Millimeter gross. Sie überwintern meist in kleineren oder grösseren Gruppen am Boden, unter Steinen, im Laub, Moos oder Gras. Die gepünkelten Käfer haben einen meist einjährigen, manchmal aber auch zweijährigen Lebenszyklus. Je nach Witterungs- und Nahrungsbedingungen kann ein erwachsener Käfer auch einen zweiten Winter überdauern.

Davon ernähren sich Marienkäfer

Marienkäfer ernähren sich von Blattläusen. Es ist ein kleines Tier mit einem grossen Hunger. Die Blattlauslöwen, so werden die geschlüpften Larven der Nützlinge genannt, verspeisen bis zur Verpuppung zwischen 400 und 600 Läuse. Allen Nachkommen einer einzigen Käferdame fallen so pro Saison über 100 000 dieser Schadinsekten zum Opfer. In blattlausarmen Jahren ernähren sich die Tiere von Pollen der blühenden Pflanzen.

So leben Marienkäfer

Der Marienkäfer ist weltweit verbreitet, fühlt sich aber in warmen, tropischen bis subtropischen Klimagebieten am wohlsten. Deshalb ist er dort auch noch deutlich vielfältiger vertreten als bei uns in Europa. Er hält sich in Wäldern, Wiesengebieten, Heiden und Mooren auf, glücklicherweise aber auch in unseren Gärten. Besonders natürlich in solchen, die möglichst naturnah und mit viel Pflanzenreichtum gestaltet sind.

Vorteile von Marienkäfern im Garten

Marienkäfer sind wichtige Nützlinge im Garten. Frisch aus dem Winterschlaf erwacht plagt sie der Heisshunger besonders. Die Nützlinge vertilgen täglich durchschnittlich bis zu 50 Blattläuse. Der fleissige Marienkäfer ist somit besonders auf stark befallenen Pflanzen zu finden. Bei ihrer Jagd auf die Blattläuse müssen sich die Käfer auch gegen deren Beschützer durchsetzen – die Ameisen. Diese hegen und pflegen die Blattläuse buchstäblich, da sie die süssen Ausscheidungen der Blattläuse als Futter sammeln. Nähert sich der Käfer einer Ameise, so geht diese rigoros gegen ihn vor. Der Marienkäfer lässt sich jedoch nicht vertreiben und weiss sich zu wehren. Er verteidigt sich durch ein streng riechendes Sekret und treibt die Ameise in die Flucht.

Lebensräume für Marienkäfer schaffen

Im naturnah gestalteten Garten fühlen sich die Marienkäfer sehr wohl. Ein herbstlicher Laubhaufen, dichte Gebüsche, unverputzte Natursteinmauern oder Ritzen in Hauswänden bieten ihnen einen idealen Ort für die Überwinterung. Blattläuse gehören zwar zu der Leibspeise der Marienkäfer, doch sie ernähren sich auch von Pollen. Pflanze in deinem Garten Blühpflanzen, um die Marienkäfer anzulocken. So bietest du dem Nützling gerade in blattlausarmen Jahren eine willkommene Nahrungsquelle. Kräuter und Knollengemüse zählen zu den Pflanzen, auf die Marienkäfer besonders gerne fliegen. Schnittlauch, Dill, Minze, Koriander, Fenchel und Knoblauch – sie werden vom Marienkäfer geschätzt und kommen auch in der Küche gerne zum Einsatz.

Regenwürmer

Die Regenwürmer sind nützliche Gartenhelfer. Sie sind wunderbare Bodenverbesserer und räumen im Garten dazu noch emsig auf. Ein wertvoller Dünger ist der Regenwurmkot. Hier erfährst du mehr über den nachtaktiven Nützling.

Die Regenwürmer – kurz vorgestellt

Der Gemeine Regenwurm (Lumbricus terrestris) zählt zu den wohl bekanntesten der weltweit rund 3 500 Regenwurmarten. Er erreicht eine Länge von neun bis 30 Zentimetern und ist auch als Tauwurm bekannt. Eine weitere häufige Art ist der zwischen sechs und 13 Zentimeter etwas kleinere und rötere Kompostwurm (Eisenia fetida). Der Körper des Regenwurms besteht aus zahlreichen zylindrischen Gliedern (Segmenten). Nach aussen hin ist der gesamte Körper des Wurms und damit auch jedes seiner Segmente durch einen Hautmuskelschlauch abgegrenzt, welcher von einer Schleimschicht umgeben ist. Diese dient als Austrocknungsschutz und als Gleitmittel beim Kriechen. Mit Hilfe seiner ausgeprägten Ring- und Längsmuskulatur ist der Regenwurm in der Lage, sich sowohl vorwärts als auch rückwärts kriechend zu bewegen. Eine Art Oberlippe überwölbt am Kopfende den Mund. Die Mundöffnung führt direkt in den Darm, der den ganzen Regenwurm von vorne bis hinten durchzieht und am Hinterende des Wurms beim After endet. In der freien Natur erreichen Regenwürmer ein Lebensalter von etwa zwei bis drei Jahren. Denn die Zahl der Fressfeinde ist gross. Viele Vögel ernähren sich von den proteinreichen Bodenlebewesen. Igel, Maulwürfe aber auch Insekten und Amphibien gehören ebenfalls zu den Räubern.

Davon ernähren sich Regenwürmer

Die nachtaktiven Regenwürmer ernähren sich überwiegend von Erde und Pflanzenresten. Das heisst, sie füllen ihren Darm mit humusreicher Erde und vermodertem Pflanzenmaterial. In der Nacht ziehen die Nützlinge welke und abgestorbene Blätter und Grashalme in ihre Gänge, um sie dort verrotten zu lassen und später als Nahrung zu verwerten. Sie fressen sich kreuz und quer durch die Bodenschichten. Die dabei aufgenommene Erde enthält Bakterien, Pilzsporen und zahlreiche Einzeller, die verdaut und als Nahrung genutzt werden können. Regenwürmer fressen nie lebende Pflanzen und sind somit keine Schädlinge.

So leben Regenwürmer

Der Regenwurm lebt überwiegend in der Erde. Die Pigmentierung hängt vom Mikrohabitat ab, welches die jeweilige Art besiedelt. Würmer, die kaum an die Bodenoberfläche kommen, sind blass und pigmentlos. Dagegen entwickeln solche Arten, die öfter auf der Erde beobachtet werden, einen UV-Schutz in Form einer dunklen Pigmentierung. Regenwürmer sind Zwitter und benötigen zur Fortpflanzung einen Partner. Ihre Eier werden in gelbliche Kokons abgelegt, die im Erdreich platziert werden. Die Entwicklungszeiten hängen von der Art und den Umgebungstemperaturen ab. In Mitteleuropa verbringen Regenwürmer die Wintermonate in 40 bis 80 Zentimeter Bodentiefe in einer Art Kältestarre. Häufig finden sie sich dann unter wärmespeichernden Bodenstrukturen wie Baumstümpfen und Steinen. Im warmen Komposthaufen überwintern die Tiere zusammengerollt in ganzen Kolonien.

Fruchtbare Erde dank Regenwürmern im Garten

Regenwürmer sind von einem unschätzbaren Wert für einen gesunden Garten. Verrottete Pflanzenreste stehen bei den nachtaktiven Nützlingen weit oben auf ihrem Speiseplan. Laub, Grünschnitt oder abgestorbene Pflanzen zieht der Regenwurm in seine Röhre und kurbelt dadurch die Kompostierung der Pflanzenabfälle ordentlich an. Auf dem Komposthaufen verwandelt der kleine Helfer Gartenabfälle in hochwertigen Kompost.

Die kleinen Haufen, die die Regenwürmer dann auf dem Rasen hinterlassen und als störend empfunden werden, sind jedoch ein echter Segen für den Garten. Wusstest Du, das Wurmkot beinahe fünfmal mehr Stickstoff, siebenmal mehr Phosphat und sogar elfmal mehr Kalium als normale Gartenerde enthält? Für die Pflanzen und den Boden ist er eine natürliche Düngung. Doch Regenwürmer sind nicht nur für eine perfekte Düngung des Bodens bekannt. Die Nützlinge verbessern die Bodenstruktur ungemein. Dank der Tunnel, die die Würmer in der Erde graben, gelangt Luft und Wasser selbst in die tieferen Schichten des Erdreichs. Die Tiere sorgen nicht nur für eine gute Belüftung, sondern auch für eine hervorragende Durchmischung des Bodens. Beim Graben in Tiefen bis zu zwei Metern durchmischen die Regenwürmer die einzelnen Bodenschichten. So gelangen beispielsweise wertvolle Mineralstoffe aus tieferen Schichten an die Oberfläche und werden für Pflanzen zum perfekten Dünger.

Lebensräume für Regenwürmer schaffen

In einem lockeren und feuchten Erdreich fühlen sich Regenwürmer besonders wohl. Ein zu stark verdichteter Boden bietet den Nützlingen keinen idealen Lebensraum. Verzichte zum Schutz der Regenwürmer auf den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln. Eine organische Düngung mit Kompost oder Mist fördert das Pflanzenwachstum und bietet den Nützlingen zugleich eine willkommene Nahrungsquelle. Im naturnahen Garten können dies auch ein Laubhaufen, abgestorbene Pflanzenteile oder der Kompost sein.

Nistkästen für Insekten

Es summt, brummt und krabbelt immer seltener auf unseren Wiesen. Bienen, Hummeln, Ohrwürmer und andere nützliche Insekten haben schwer zu kämpfen gegen Planierraupen, Monokulturen und Umweltgifte. So wirst Du stolze Besitzerin und stolzer Besitzer eines Insektenhotels und erlebst Naturschutz direkt vor der eigenen Haustür.

Warum also nicht selbst einen Beitrag zum Natur- und Tierschutz leisten? Nistmöglichkeiten sowie Schlaf- und Winterquartiere für die kleinen Krabbler sind immer gefragt. Wenn du nicht auf die Insektenhotels des Fachhandels zurückgreifen möchtest, kannst du dieses ganz einfach selbst bauen. Dafür genügen schon ein Blumentopf, einige Haushaltsutensilien und ein Plätzchen auf dem Balkon.

Wildbienen

Die meisten Wildbienenarten leben nicht in Staaten, sondern allein. Eine Wildbienen-Nisthilfe benötigt daher nicht zwingend viel Platz. Abgetrocknete Baumscheiben oder Holzklötze in der Grösse eines Ziegelsteines können als Grundlage dienen. Bohre nun mit der gesamten Bohrerlänge parallele Löcher mit möglichst unterschiedlichen Durchmessern von 2 bis 10 mm in das Holz. Die Räume zwischen den Löchern sollten wenigstens 2 cm betragen.

Als Standort eignet sich eine sonnige, wettersichere Stelle unter einem Dachvorsprung auf Balkon oder Terrasse, an Bäumen, Mauern oder Ähnlichem, wobei die Eingänge nach Südosten weisen. Die Bleibe der Blütenbesucher sollte unverdeckt hängen, gut fixiert und spätestens Anfang März bezugsbereit sein. Säuberungsaktionen sind nicht ratsam, da diese überwinternde Bienen töten könnten. Ausserdem machen sich die emsigen Gesellen durchaus gerne selbst an die Arbeit.

Hummeln

Die sanften Brummer nisten sowohl unter- als auch oberirdisch. Eine einfache oberirdische Hilfe kann z. B. ein Vogelnistkasten sein, dessen Einflugloch verkleinert wird. Das Innere des Kastens wird idealerweise zunächst mit etwas Kleintierstreu oder Holzwolle ausgekleidet, darauf folgt das Nistmaterial in Form von Moos oder Polsterwolle. Eine besondere Freude machst du deinen geflügelten Gästen mit speziellem Nistmaterial mit Mäusegeruch, das in Zoofachhandlungen erhältlich ist.

Als Standort bietet sich ein sonniger, regen- und windgeschützter Platz in Bodennähe auf Balkon oder Terrasse an mit dem Eingang nach Osten. Im Winter gilt es, die Hummelherberge einer gründlichen Reinigung zu unterziehen und die Einlage zu ersetzen, so dass Anfang März neue Bewohnerinnen und Bewohner einziehen können.

Florfliegen

Die zarten Insekten mit ihren goldglänzenden Augen und transparenten Flügeln sind von Mitte September bis im Frühling auf ein schützendes Heim angewiesen. Was das Florfliegenherz begehrt? Eine Unterkunft aus Holz oder Holzbeton beispielsweise mit den Massen 30 × 30 × 30 cm. Diese wird locker mit Weizenstroh gefüllt und besteht an der Vorderseite aus schräg angenagelten Dachlatten, die als Einflugschlitze fungieren. Wenn du das Ganze überdies mit einem rötlichen Anstrich krönst, dann lockst Du die fleissigen Schädlingsfresser garantiert an.

Es empfiehlt sich, den Lamellenbau in einer Höhe von anderthalb bis zwei Metern mit der Vorderseite windabgewandt z. B. an einem Obstbaum oder einer Mauer anzubringen. Das Stroh im Kasten muss später nicht erneuert werden.

Marienkäfer

Das Quartier für Marienkäfer kann beispielsweise die Form eines Vogelnistkastens haben, in dessen Bodenbrett einige Einschlupflöcher von etwa 8 mm gebohrt werden. Der Innenraum wird mit Holzwolle ausgestattet und an der Rückwand eine längere stabile Latte befestigt. Deren Ende wird in die Erde gesteckt, und zwar am besten zwischen Pflanzen, die stark von Blattläusen befallen sind.

In puncto Standort ist eine sonnige bis halbschattige Stelle mit Blick nach Südosten optimal. Das Häuschen bleibt ganzjährig im Freien, eine Reinigung ist nicht vonnöten.

Ohrwürmer

Die Zangen der Ohrwürmer können auf den ersten Blick furchterregend wirken. Dabei sind sie viel zu schwach, um menschliche Haut zu durchstechen. Es gibt somit keinen Grund, sich vor Ohrwürmern zu ängstigen. Ganz im Gegenteil: Mit einem Ohrwurm-Obdach wirst du viel Freude in deinem Garten haben.

Was es dazu braucht? Einen Tonblumentopf, einen kleinen Holzstab, der nicht länger ist als der Durchmesser des Topfbodens, enggeknüpften Maschendraht, eine ca. 50 cm lange Kordel und etwas Stroh oder Holzwolle. Die Kordel wird nun in der Mitte des Hölzchens festgeknotet und das längere Kordelende durch die Öffnung des Topfbodens gezogen. Das kürzere Ende sollte im Inneren des Topfes herunterhängen und etwas länger sein als der Topf tief ist. Am kürzeren Ende der Kordel wird sogleich das Drahtgeflecht gespannt, damit die Füllung aus Stroh oder Holzwolle nicht herausfallen kann.

Den Topf kannst Du im Frühjahr an einem Ast in sonnengeschützter Lage montieren, wobei der Topfboden den Ast berühren sollte. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Ohrwurm-Stätte bei Wind hin- und herschaukelt oder es die kleinen Kerlchen nicht schaffen, den rettenden Eingang zu erklimmen. Anschliessend heisst es, der Natur freien Lauf zu lassen, sprich eine Reinigung oder Erneuerung der Füllung ist nicht erforderlich.

Welche Insekten bestäuben Pflanzen?

Kleine Helfer schaffen Grosses: Insekten sind bei der Bestäubung von Pflanzen sehr wichtig. Rund 90 Prozent aller Wild- und Kulturpflanzen werden durch Insekten bestäubt. Wir stellen dir die wichtigsten heimischen Bestäuberinsekten vor.

Die Blütenpflanzen bieten Insekten beim Sammeln von Nektar und Pollen einen reich gedeckten Tisch. Dabei berühren die Tiere die Blüten und bestäuben mit den gesammelten Pollen das weibliche Blütenorgan. So spielen Insekten bei der Bestäubung von Pflanzen eine wichtige Rolle. Dank ihrer Bestäuberleistung wird sichergestellt, dass die Pflanzenwelt fortbesteht und ihre Vielfalt erhalten bleibt. Dabei sichern Insekten auch Lebensräume für andere Tiere. Obst, Nüsse oder Sämereien – es sind Produkte, die ihre Entstehung meistens der Bestäubung von Insekten zu verdanken haben. Sie sind für viele heimische Singvogelarten eine wichtige Lebensgrundlage. Hier stellen wir dir die wichtigsten Bestäuberinsekten vor.

Was versteht man unter der Bestäubung von Pflanzen?

Bei der Pflanzenbestäubung werden die männlichen Pollen auf die weibliche Samenanlage der Blüte (Narbe) übertragen. Hier keimt der Pollen und durchwächst den Blütengriffel. In diesem befindet sich die Embryosackzelle, in der männliche und weibliche Zellen schliesslich endgültig miteinander verschmelzen. Nach erfolgreicher Befruchtung – denn um eine solche handelt es sich – bilden sich anschliessend die samenhaltigen Früchte aus.

Diese Bestäubung erfolgt durch natürliche Helfer wie beispielsweise Honigbienen, Wildbienen oder Schmetterlinge. Gut zu wissen: In einem Gewächshaus übernimmt der Mensch diese Aufgabe – dies kann mit einem weichen Pinsel erfolgen.

Welche Arten der Bestäubung gibt es?

Es gibt zwei Arten der Bestäubung von Pflanzen: die Selbstbestäubung und die Fremdbestäubung. Bei der Selbstbestäubung kann die Verbindung aus Fruchtknoten und Pollen derselben Pflanzen, zu ihnen zählen beispielsweise Schneeglöckchen, zu Samenanlagen führen. Fremdbestäuber wie Primeln können sich nicht selbst befruchten. Pollen und Fruchtknoten müssen bei ihnen von verschiedenen Individuen einer Art stammen, damit es zur Befruchtung kommt.

Die wichtigsten heimischen Bestäuberinsekten

Honigbiene

Die Honigbiene zählt wohl zu den bekanntesten und wichtigsten Insekten zur Bestäubung von Pflanzen. Die emsigen Insekten schwirren ab einer Temperatur von etwa 10 Grad und trockenem Wetter aus und machen sich auf die Suche nach Nektar und Pollen.

Wildbienen

Die Wildbienen liefern anders als die Honigbienen keinen Honig. Sie spielen jedoch eine enorm wichtige Rolle bei der Bestäubung von Kultur- und Wildpflanzen. Die Bestäuberleistung ist beachtlich, denn sie fliegen sogar bei kühlen Temperaturen und leichtem Regen von Blüte zu Blüte.

Hummel

Sie ist das wohl robusteste Insekt zur Bestäubung von Pflanzen. Die Hummel macht sich bereits ab einer Temperatur von 3 Grad an die Arbeit. Dabei ist das pummelig aussehende Insekt bis zu 18 Stunden unterwegs. Bei Gemüsegärtnerinnen und Gemüsegärtnern ist die Hummel als Bestäuberin besonders beliebt. Sie bestäubt durch ihre lange Zunge und ihr Vibrationssammeln die tiefen Blüten von Tomaten und Kartoffeln besonders gut.

Gut zu wissen: Das Brummen der Hummel entsteht durch das Vibrationssammeln, das zu einer grösseren Pollenausbeute führt. Dabei erzeugt die Hummel mit der Brustmuskulatur Vibrationen: Die Hummel summt.

Schmetterlinge

Schmetterlinge können bei der Bestäubung von Pflanzen gute Dienste leisten. Dank ihres Saugrüssels – sie können den Nektar aus bis zu 40 Millimetern tiefen Röhrenblüten saugen – gelangen sie an Blüten, die für manch andere Bestäuberinsekten unerreichbar sind. Die Falter sind am liebsten bei trockenem, sonnigem und windstillem Wetter unterwegs.

Schwebfliegen

Fliegen werden oft als lästige Insekten angesehen. Doch einige Arten wie beispielsweise die Schwebfliegen sind wichtige Bestäuber. Die erwachsenen Tiere ernähren sich ausschliesslich von Nektar und Pollen. Schwebfliegen sind die elegantesten Flugkünstler unter den Insekten. Mit bis zu 300 Flügelschlägen in der Sekunde können sie ähnlich wie Kolibris in der Luft stehen. Schwebfliegen sind bei sonnigem Wetter und warmen Temperaturen am aktivsten.

Käfer

Tulpen oder Magnolien – sie werden bevorzugt von Käfern bestäubt. Die wärmeliebenden Bestäuber sind bei der Gärtnerin oder dem Gärtner jedoch unbeliebt. Die fleissigen Krabbler bestäuben nicht nur die Pflanzen, sondern beschädigen zugleich durch ihre Frasstätigkeit deren Blüten.

Wespen

Bei Menschen zählen Wespen aufgrund ihrer schmerzhaften Stiche eher zu den gefürchteten Insekten. Wespen sind jedoch wichtige Bestäuberinsekten. Sie ernähren sich von Nektar, Pollen und Honigtau. Dabei haben sich die Tiere auf besonders kurze und leicht zugängliche Blüten spezialisiert. Da sie für den Eigenbedarf und nicht für die Aufzucht ihrer Brut sammeln, sind sie zudem bedeutende Bestäuber von spätblühenden Pflanzen.

Bestäuber fördern

Bienenhaltung und Imkern 

Als Bestäuber sind Bienen in erheblichem Masse für den Erhalt und die Fortpflanzung der Pflanzenwelt verantwortlich. Angesichts eines immer kleineren Lebensraums ist es zu begrüssen, dass sich immer mehr Menschen für die Bienenhaltung interessieren und in ihren eigenen Gärten zu Hobby-Imkerinnen und Hobby-Imkern werden.
Wir sagen dir, wie Bienenhaltung im eigenen Garten geht.

Bienenkästen in einem Garten für die Hobbyimkerei.

Bienen als Nützlinge im Garten

Sie sind die Heldinnen des Ökosystems. Bienen bestäuben rund 80 Prozent aller hiesigen Wild- und Nutzpflanzen. Eine Vielzahl der Wildbienenarten sind gefährdet. Es gilt sie zu schützen. Wir stellen dir die wichtigsten Bienenarten der Schweiz vor.

So unterscheiden sich Honigbienen von Wildbienen
Die Westliche Honigbiene (Abis mellifera) lässt sich durch einige Merkmale relativ einfach von ihrer wilden Verwandtschaft unterscheiden.

Die Honigbiene ist im Vergleich zu vielen Wildbienenarten mit einer Körpergrösse von 10 bis 12 Millimeter etwas kleiner. An den Hinterbeinen tragen Honigbienen die so genannten Sammelkörbchen mit den Pollen. Eine weitere Besonderheit der Honigbienen: Zwischen den einzelnen Facetten des Auges finden sich herauswachsende Haare. Doch auch ihre Lebensweise unterscheidet sich von der Wildbiene. So leben Honigbienen in grossen Staaten mit Königin, männlichen Drohnen und den Arbeiterinnen. Wildbienen hingegen leben ein Single-Leben ohne Hofstaat: Es gibt keine hilfreichen Arbeiterinnen, sondern nur Männchen und Weibchen, von denen nur die Weibchen Nestbau und Brutpflege betreiben.

Die Wildbienen liefern, anders als die Honigbienen, keinen Honig. Sie spielen in der Natur jedoch eine enorm wichtige Rolle als Bestäuber von Wild- und Kulturpflanzen.

Die wichtigsten Wildbienenarten der Schweiz

Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes)

Die Frühling-Pelzbiene fliegt bereits im März und ist damit eine der ersten Wildbienenarten des Jahres. Die 14 bis 16 Millimeter grosse Pelzbiene ähnelt mit ihrem schwarzbraunen Pelz der Hummel – sie unterscheidet sich jedoch von ihr durch ihren schnellen Schwirrflug. Pelzbienen nisten gerne in alten Gemäuern oder in lehmigen Steilwänden.

Blütenpflanzen für Pelzbienen: Kiwi (Actinidia sinensis), Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare), Echtes Geissblatt (Lonicera caprifolium), Glyzinie (Wisteria sinensis), Salbei (Salvia officinalis), Klatschmohn (Papaver rhoeas), Grosses Löwenmaul (Antirrhinum majus) und Rosskastanie (Aesculus hippocastanum).

Steinhummel (Bombus lapidarius)

Steinhummeln erkennt man am samtschwarzen Körper mit einer leuchtend roten Spitze am Hinterleib. Sie erreichen eine Körperlänge von 12 bis 16 Millimetern. Ihre Nester baut die Hummel oft unter Steinhaufen oder Mauern, wodurch sie ihren Namen erhalten hat.

Blütenpflanzen für Steinhummeln: Krokus (Crocus Hybride), Echte Schlüsselblume (Primula veris), Gartenrittersporn (Delphinium Hybride), Lavendel (Lavandula angustifolia), Sonnenblumen (Helianthus annuus), Birne (Pyrus communis), Apfel (Malus domestica), Klatschmohn (Papaver rhoeas), Glyzinie (Wisteria sinensis).

Dunkle und Helle Erdhummel (Bombus terrestris und Bombus lucorum)

Die Dunkle und die Helle Erdhummel zählen zu den häufigsten Arten in Mitteleuropa. Sie haben eine Körperlänge von etwa 17 Millimetern. Beide Arten sind schwarz, haben ein weisses Hinterleibsende und zwei charakteristische gelbe Querbinden: eine auf dem zweiten Hinterleibssegment und eine auf dem ersten Brustsegment. Bei der Dunklen Erdhummel (Bombus terrestris) sind die Querstreifen meist dunkler als bei der Hellen Erdhummel (Bombus lucorum). Die Erdhummeln machen ihrem Namen alle Ehre, denn sie bauen ihre Nester unterirdisch.

Blütenpflanzen für Dunkle und Helle Erdhummeln: Blausterne (Scilla siberica), Traubenhyazinthen (Muscari armeniacum), Lungenkraut (Pulmonaria obscura), Taubnessel (Lamium maculatum), Klatschmohn (Papaver rhoeas), Wilde Möhre (Daucus carota), Natternkopf (Echium vulgare), Aufrechter Ziest (Stachys recta).

Frühlings-Seidenbiene (Colletes cunicularius)

Vorsicht Verwechslungsgefahr: Die Frühlings-Seidenbiene ähnelt auf den ersten Blick sehr stark der Honigbiene. Sie besitzt jedoch ganz eigene Merkmal an denen man sie gut erkennt: Frühlings-Seidenbienen haben eine Körpergrösse von 11 bis 14 Millimetern. Gut zu erkennen ist die Frühlings-Seidenbiene an ihrem rotbraunen, pelzigen Rumpf und an den Querbinden, die sich farblich deutlich weniger abheben als bei anderen Seidenbienenarten. Sie ist eine der ersten Bienen im Frühling und hat sich bei der Nahrungssuche auf eine Vielzahl von Weidengewächsen spezialisiert. Deshalb ist sie auch als Frühlings-Weidenbiene bekannt. Seidenbienen nisten bevorzugt in lockeren Sandböden in Flussauen oder Sandgruben.

Blütenpflanzen für Seidenbienen: Schwarzer Holunder (Sambucus nigra), Stechpalme (Ilex aquifolium), Birne (Pyrus communis), Apfel (Malus domestica), Eberesche (Sorbus aucuparia), Grauweide (Salix cinerea), Salweide (Salix caprea), Ohrweide (Salix aurita), Korbweide (Salix viminalis), Kriechweide (Salix repens).

Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta)

Die Gehörnte Mauerbiene gehört mit ihrem tiefschwarzen, dicht bepelzten Körper und der leuchtend rostroten Hinterleibsspitze zu einer der auffälligsten Wildbienen des Frühjahrs. Am Kopf der 12 bis 16 Millimeter messenden Weibchen befinden sich, im dichten Pelz versteckt, die beiden charakteristischen und namensgebenden Hörnchen. Die etwas kleineren Männchen haben zusätzlich eine weisse Gesichtsbehaarung. Die Gehörnte Mauerbiene wird aufgrund ihrer Färbung und Grösse oft für eine Hummel gehalten. Mauerspalten, Fugen und Ritzen gehören zu den Nistplätzen der Mauerbiene.

Blütenpflanzen für Mauerbienen: Stechpalme (Ilex aquifolium), Wiesen-Löwenzahn (Taraxacum officinale), Gartentulpen (Tulipa), Hohe Schlüsselblume (Primula elatior), Purpurweide (Salix purpurea), Bergahorn (Acer pseudoplatanus), Apfel (Malus domestica), Birne (Pyrus communis), Japanische Zierkirsche (Prunus serrulata).

Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea)

Blauschwarze Holzbienen erreichen eine Körperlänge von bis 28 Millimetern. Sie sind anhand ihres hummelartigen Körpers und der meist schwarzen Behaarung sowie den schwärzlichen, violett irisierenden Flügeln gut von anderen Bienen zu unterscheiden. Die Holzbiene hat ihren Namen von ihrer Angewohnheit, kleine Höhlen in morsches Holz zu bohren, in der sie ihre Brut aufzieht. Ihre Kauwerkzeuge sind so kräftig, dass sie dabei richtiges Sägemehl produziert.

Blütenpflanzen für Holzbienen: Kiwi (Actinidia sinensis), Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare), Glyzinie (Wisteria sinensis), Rote Taubnessel (Lamium purpureum), Aufrechter Ziest (Stachys recta), Strauchiges Brandkraut (Phlomis fruticosa), Ahornarten (Acer spec.), Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa).

Rainfarn-Maskenbiene (Hylaeus nigritus)

Mit einer Körpergrösse von weniger als 1 Zentimeter gehört die Rainfarn-Maskenbiene zu den kleinsten einheimischen Wildbienenarten. Die ausgeprägte schwarz glänzende Färbung der kleinen Bestäuber kann auf den ersten Blick schnell zu einer Verwechslung mit Ameisen oder Wespen führen. Hinzu kommt, dass die für viele Wildbienenarten typische Behaarung an Beinen und Körperoberfläche fast vollständig fehlt. Die Maskenbiene nistet in kleinen Nischen in Mauern und Gesteinsspalten, aber auch in Steinhaufen finden die Tiere oft eine geeignete Niststätte.

Blütenpflanzen für Maskenbienen: Rainfarn (Tanacetum vulgare), Mutterkraut (Tanacetum parthenium), Färberkamille (Anthemis tinctoria), Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium), Margerite (Leucanthemum vulgare), Kanadische Goldrute (Solidago canadensis), Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa), Schwarze Flockenblume (Centaurea nigra), Gewöhnliche Kratzdistel (Cirsium vulgare).

blauschwarze holzbiene
Blauschwarze Holzbiene

Bienenweide anlegen

Bienen sind verantwortlich für schöne Beeren, knackige Früchte und gesundes Gemüse. Doch die fleissigen Insekten sind in Gefahr. Als Gartenbesitzerin und Gartenbesitzer kannst Du mit verschiedenen Massnahmen mithelfen, die Bienen zu schützen.

Warum solltest Du im Garten eine Bienenweide anlegen?

Bienen, Hummeln und andere Insekten bestäuben Nutzpflanzen, sorgen für einen reichen Gartenertrag und tragen zum Erhalt der Pflanzenvielfalt bei. Mehr und mehr melden Bienenhalterinnen und Bienenhalter Verluste von Bienenvölkern. Die genauen Gründe für dieses fast weltweit verbreitete Bienensterben sind bislang nicht bekannt. Vermutet wird ein Zusammenwirken verschiedenster Ursachen. Nebst Krankheiten, Parasiten und dem Einsatz von Pestiziden kommt auch die Verschlechterung der Nahrungsgrundlage in Frage.

Gefährdet sind aber auch einzeln lebende Solitärbienen und Hummeln. Von diesen Wildbienen leben 500 bis 600 unterschiedliche Arten in der Schweiz. Rund 40 % der einheimischen Wildbienen sind vom Aussterben bedroht. Der wohl wichtigste Grund für diese Entwicklung ist der von Jahr zu Jahr schwindende natürliche Lebensraum für Wildbienen. Es mangelt an Futterpflanzen und Nistplätzen. Zahlreiche Wildbienenarten sind auch Opfer unseres Ordnungssinns. So werden Laub, Altholz, Steinhaufen und Stängel systematisch aus unseren Gärten verbannt.

Die besten bienenfreundlichen Pflanzen

Bienen und Wildbienen benötigen das ganze Gartenjahr über ein ausreichendes Angebot an blühenden Pflanzen. Diese sogenannte Bienenweide sollte keine «Lücken» aufweisen. Denn Bienen sind in der Lage, sich gute Standorte zu merken und kehren dorthin zurück. Versiegt die Nahrung zeitweilig, wirkt sich das negativ auf die Entwicklung der Bienenvölker aus. Besonders im Spätsommer und Herbst ist ein gutes Nahrungsangebot wichtig, weil dann die langlebigen Winterbienen entstehen. Je stärker ein Volk in den Winter geht, desto fleissiger beginnt es mit seiner Arbeit im Frühling.

Danke einer gezielten Auswahl und Vielfalt der Gartenpflanzen können alle für ein besseres Nahrungsangebot und Lebensraum für Bienen, Hummeln und andere Pflanzenbestäuber sorgen.

Pflanze Blüte Bienenfreundlichkeit
Erika März - April sehr gut
Borretsch Juni - September sehr gut
Herbst-Sonnenbraut Juli - Oktober sehr gut
Bartblume Juli - Oktober sehr gut
Krokus März - April gut
Alyssum April - Juni gut
Jungfer im Grünen/Nigell Juni - Juli gut
Gurke Juni - August gut
Mauerpfeffer Juni - August gut
Fetthenne Juni - September gut
Thymian Juni - Oktober gut
Lilie Juni - September gut
Ringelblumen Juni - September gut
Kugeldistel Juli - Oktober gut
Echter Lavendel Juli - Oktober gut
Sonnenblume Juli - Oktober gut
Raublattaster August - Oktober gut
Christrose März - April mittel
Märzenglöckchen März - April mittel
Winterling März - April mittel
Blaukissen April - Mai mittel
Traubenhyazinthe April - Mai mittel
Bergenie April - Juni mittel
Strauchrose Mai - September mittel
Glockenblume Juni - September mittel
Gazanie Juni - Oktober mittel
Stockmalve Juli - Oktober mittel
Dahlie Juli - Oktober mittel
Kapuzinerkresse Juli - Oktober mittel
Sonnenhut Juli - Oktober mittel

Blumenwiese statt Rasen

Praktisch keinen Wert für die nützlichen Insekten haben regelmässig gemähte Rasenflächen. Für die Bienen und Hummeln sind diese eine grüne Wüste. Wieso also nicht wenig betretene Rasenstücke zu einer Blumenwiese werden lassen?

Wildpflanzen wie Löwenzahn, Wiesenknöterich oder Inkarnatklee gelten nämlich als sehr gute bis gute Bienenweiden. Eine Blumenwiese kann auch als kleine Insel im Rasen angelegt werden. Eine andere Möglichkeit ist, nicht die ganze Wiese auf einmal zu mähen. Durch etappenweises Mähen bleiben jeweils blühende Pflanzen stehen. Für Honigbienen stellt das Abmähen der Wiesen während des Tages zudem eine grosse Gefahr dar. Im Gegensatz zu den Hummeln weichen sie, konzentriert auf ihre Sammeltätigkeit, einem Rasenmäher nicht aus.

Gute Bienenpflanzen bieten auch Hecken. Eine einheimische Strauchhecke mit Kornelkirsche, Felsenbirne, Weide oder Faulbaum ist ideal. Auch der nicht zurückgeschnittene Buchs ist für die Bienen als wertvoller Pollenlieferant bekannt.

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Ein Garten für Schmetterlinge

Im Schmetterlingsgarten ist das Buffet für die bunten Falter angerichtet. Mit einem fein abgestimmten Mix aus Futter- und Nektarpflanzen förderst du die Nützlinge. So gestaltest du einen naturnahen Garten für Schmetterlinge – einen wertvollen Lebensraum, der Nahrung und Unterschlupf bietet.

Einen Schmetterlingsgarten anlegen

Je natürlicher und wilder desto besser: Ein naturnah gestalteter Garten ist ein wahres Paradies für Schmetterlinge. Wer Tiere im Garten fördern möchte, verzichtet dabei generell auf chemische Pflanzenschutzmittel. Bei der Gestaltung eines Schmetterlingsgartens sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Im Garten kann bereits eine kleine Ecke zu einem wertvollen Lebensraum für Schmetterlinge werden. Als Herzstück eignet sich eine bunt blühende Blumenwiese. Sie wird zweimal jährlich aber nie komplett gemäht. Eine blühende Wildsträucherhecke, die Staudenrabatte oder ein Kräuterbeet bieten Schmetterlingen mit einem bunten Mix aus Futter- und Nektarpflanzen einen reich gedeckten Tisch. Eine Schale gefüllt mit Steinen und etwas Wasser bietet ihnen Flüssigkeit. Im Winter werden aufeinandergeschichtete Steine und Äste oder eine Trockenmauer zum sicheren Unterschlupf für die Raupen und Puppen der Schmetterlinge.

Die besten Futter- und Nektarpflanzen für Schmetterlinge

Blühende Rabatten, duftende Kräuterbeete und Hecken aus Wildsträuchern – ein abwechslungsreicher Mix aus Futter- und Nektarpflanzen, der den Schmetterlingen das ganze Jahr hindurch einen perfekten Lebensraum bietet, ist das A und O in einem Schmetterlingsgarten. Die Farbe Violett steht bei Schmetterlingen besonders hoch im Kurs. So sind die Blüten von Astern und Duftnesseln für die Insekten ein wahrer Magnet. Eher verschmäht werden gefüllte Blüten, da die Ausbeute hier spärlich ausfällt – nur schwer erreichbar ist hier der Nektar.

Futterpflanzen für Raupen

Salweide (Salix caprea), Faulbaum (Rhamnus frangula), Weissdorn (Crataegus monogyna), Ginster (Genista-Hybriden), Brombeere (Rubus-Hybriden), Himbeere (Rubus idaeus), Geissblatt (Lonicera-Hybriden), Fetthenne (Sedum telephium), Flammenblume (Phlox paniculata), Flockenblume (Centaurea-Hybriden), Kugeldistel (Echinops ritro), Duftveilchen (Viola odorata), Fenchel (Foeniculum vulgare), Dill (Anethum graveolens), Thymian (Thymus-Hybriden).

Nektarpflanzen für Schmetterlinge

Gewöhnlicher Schneeball (Viburnum opulus), Schlehe (Prunus spinosa), Aster (Aster-Hybriden), Bartblume (Caryopteris × clandonensis), Berufskraut (Erigeron-Hybriden), Blaukissen (Aubrieta-Hybriden), Duftnessel (Agastache rugosa), Felsensteinkraut (Aurinia saxatilis), Herbstanemone (Anemone hupehensis), Johanniskraut (Hypericum-Hybriden), Lavendel (Lavandula angustifolia), Prachtkerze (Gaura lindheimeri), Sandkraut (Arenaria montana), Silberkerze (Cimicifuga racemosa), Sonnenblume (Helianthus annuus), Sonnenhut (Rudbeckia-Hybriden).

Winterquartiere im Schmetterlingsgarten

Es gibt nur wenige Schmetterlinge, die als Falter den Winter überdauern. Als Wanderfalter fliegen Admiral und Distelfalter in die wärmeren Regionen Europas. Im Garten überwintert der Zitronenfalter an einem geschützten Ort beinahe reglos. Sie finden Unterschlupf im Gartenschuppen, hängend an einem Ast oder im Herbstlaub. Durch die Adern des Zitronenfalters fliesst ein körpereigenes Frostschutzmittel in Form von Glycerin,  um ihn vor dem Erfrieren zu bewahren? So können Zitronenfalter eine Temperatur von bis zu -20 °C problemlos überstehen. In Mauerspalten oder an Gartenzäunen überwintern Abendpfauenaugen und Ligusterschwärmer als Puppe. Schmetterlingsarten wie Ochsenauge oder Schachbrett befinden sich in den Wintermonaten im Raupenstadium in Sträuchern und Bäumen.

Tiere als natürliche Helfer im Garten

Eidechsen 

Die Eidechsen machen sich im Garten auf die Jagd nach allerlei Insekten – darunter auch eine Vielzahl von Schädlingen. So halten die flinken Reptilien die Gartenpflanzen nahezu schädlingsfrei. 
Erfahre mehr zu Eidechsen im Garten.

Zauneidechse sonnt sich auf einem hellen Stein im naturnahen Garten.
Die Zauneidechse

Igel

Nächtliche Schnüffelgeräusche im Garten? Das ist sicher ein Igel auf der Nahrungssuche. Der stachelige Nützling frisst allerlei Schädlinge und lockert mit seiner Nase sogar das Erdreich auf. So schaffst Du einen perfekten Lebensraum für das Stacheltier.

Die Igel – kurz vorgestellt

In Europa sind der Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) und der Nördliche Weissbrustigel (Erinaceus roumanicus) die am häufigsten vorkommenden Igelarten. Die Namen verraten die unterschiedlichen Färbungen des Fells an der Brust. Beide Arten sind vom Kopf bis zum Rumpf 25 bis 30 Zentimeter lang und besitzen einen kleinen etwa drei Zentimeter langen Schwanz. Die Rückenpartie der Tiere ist mit rund 8 000 schwarz-weissen Stacheln bedeckt. Im Garten ist der Nützling ein guter Schädlingsvertilger. Insekten und Käfer spürt er mit seiner spitz zulaufenden Nase erfolgreich auf. Es ist für ihn ein Leichtes, mit seinen 36 sehr spitzen Zähnen und starken Kiefermuskeln die harten Chitinpanzer seiner Beute zu knacken. Igel verlassen sich hauptsächlich auf ihren guten Geschmacks- und Geruchssinn – nur schlecht sieht er mit seinen kleinen, runden Knopfaugen. Das Einigeln des Stacheltiers gehört wohl zu den Besonderheiten des Säugetieres. Dabei zieht er seine Gliedmassen an den Körper und rollt sich zu einer stacheligen Kugel ein. So gehen Fressfeinde wie Marder oder Füchse auf Abstand. Ist die Luft wieder rein, kommt die bewegliche Schnauzenspitze zum Vorschein und überprüft, ob der Angreifer das Weite gesucht hat.

Davon ernähren sich Igel

Im Garten gehen die nachtaktiven Tiere fleissig auf Futtersuche und sind dabei wahre Schädlingsvertilger. So sorgen sie dafür, dass uns die Schnecken nicht die ganze Ernte streitig machen. Auf dem Speiseplan des Igels stehen Insekten wie Raupen, Käfer sowie deren Larven. Mit seiner feinen Nase erschnüffelt er diese im Erdreich. Auf Nacktschnecken greift er jedoch nur im Hungernotfall zurück – sie sind dem Igel zu schleimig. So sind abendliche Schnüffelgeräusche im Garten ein sicheres Anzeichen dafür, dass der Igel gerade auf Nahrungssuche ist.

So leben Igel

Der Igel lebt bevorzugt in Wäldern, Gras- und Kulturlandschaften, die nicht zu feucht sind. Im Garten findet man das Stacheltier meist an ruhigen und sicheren Orten. Diese Igelplätze sind besonders beliebt und bieten einen idealen Unterschlupf: Dichte Hecken, aufgehäufeltes Laub oder Hohlräume unter Gebäuden. Igel sind nachtaktive Tiere und machen sich erst gegen Abend auf Nahrungssuche. Im Herbst sieht man sie jedoch sogar tagsüber durch den Garten streifen. Dann ist der tierische Terminkalender prall gefüllt und die Vorbereitungen für die Winterruhe laufen auf Hochtouren. Nun gilt es, sich genügend Speck für die kalten Monate anzufressen. Im November kugelt sich das Tier ein und hält bis in den März hinein seinen Winterschlaf.

Vorteile von Igeln im Garten

In einem Igelrevier bleibt nicht lange etwas liegen. Der Nützling räumt auf, vertilgt Aas und frisst Insekten, Käfer, Raupen, Engerlinge und Schnecken. Mit ihren spitzen Igelnasen werden sie sogar zum Bodenbelüfter und lockern das Erdreich im Garten auf.

Lebensräume für Igel schaffen

Igel streifen für ihr Leben gern durch leicht verwilderte Ecken im Garten. In dichten Hecken, auf Streuobstwiesen oder einem Laub- oder Totholzhaufen finden sie einen idealen Rückzugsort. Für die Gartenbewohnerinnen und Gartenbewohner bieten sie zugleich ein willkommenes Winterquartier. Da die Nahrung im Herbst knapp wird, kann dem Stachelträger etwas Igeltrockenfutter, Haferflocken oder ungesalzene Erdnüsse und eine Schale mit Wasser bereitgestellt werden. Biete jedoch keine Milch an, da die Tiere diese nicht vertragen – diese führt zu Durchfällen. Bist Du etwas handwerklich begabt? Dann empfiehlt es sich für den Igel eine Behausung aus Holz zu bauen. Das Igelhaus sollte eine Grösse von mindestens 40 auf 60 Zentimeter haben. Der Schlaf- und Essbereich ist dabei durch eine Zwischenwand mit Durchgang getrennt. Das Haus ist nicht nur ein perfektes Winterquartier, sondern wird von dem Igel auch als Tagesversteck im Sommer gerne genutzt.

Hier droht dem Igel Gefahr

Das Auto zählt zu den grössten Feinden des Igels. Doch auch im Garten lauern einige Gefahrenquellen wie beispielsweise der Rasentrimmer oder der Mähroboter. Bei Gefahr rollt sich das dämmerungs- und nachtaktive Tier ein, stellt sich tot und wird vom Mähroboter überrollt und dabei schwer verletzt. Achte darauf, dass du den Rasenmäher in deinem Garten nur tagsüber aktivierst. Verzichte in deinem Garten auf den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln. Frisst der Igel eine Schnecke, die durch ein Schneckenkorn zu Tode kam, kann dies für ihn auch gefährlich enden.

Fledermäuse

Im Garten sind Fledermäuse fleissige Insektenjäger und können deine Pflanzen so vor einem Schädlingsbefall bewahren. Die nachtaktiven Tiere fühlen sich in einem naturnahen Garten besonders wohl. Hier stellen wir dir den Nützling vor.

Die Fledermäuse – kurz vorgestellt 

Die Fledermäuse (Microchiroptera) haben ein braunes und dichtes Fell. Es ist am Rücken etwas dunkler als am Bauch. Ihre Augen sind klein, schwarz und wimpernlos. Mit ihren scharfen und spitzen Eckzähnen knacken sie so manches Insekt mühelos. Das kleine mäuseähnliche Gesicht und die runden Ohren erinnern an den Nager. Dank ihrer starken Krallen können die nachtaktiven Tiere tagsüber kopfüber und schlafend von der Decke hängen. Fledermäuse gehören zusammen mit den Flughunden zur Familie der Fledertiere (Chiroptera). Die meisten europäischen Fledermäuse werden nicht grösser als acht Zentimeter. In der Schweiz zählen die Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii) und die Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) mit einer Körpergrösse von drei bis fünf Zentimetern zu den kleinsten hier vorkommenden Arten. Die grössten Fledermausarten sind die Breitflügelfledermaus (Eptesicus serotinus), der Grosse Abendsegler (Nyctalus noctula) und das Grosse Mausohr (Myotis myotis) mit sechs bis acht Zentimetern Körperlänge und einer imposanten Flügelspannweite von um die 40 Zentimetern. Weltweit gibt es rund 900 Fledermausarten, in der Schweiz sind es derzeit 30. Die heimischen Arten sind ausnahmslos stark gefährdet und stehen unter strengem Schutz.

Davon ernähren sich Fledermäuse

Alle in Europa auftretenden Fledermausarten sind Insektenfresser. Sie ernähren sich bevorzugt von Nachtfaltern, Mücken, Käfern und allerlei anderen Insekten. Das Klischee des spitzzahnigen Blutsaugers erfüllen nur die drei Arten, der in Amerika heimischen Vampirfledermaus. In den Tropen und Subtropen gibt es dagegen viele vegetarisch lebende Fledermäuse, die sich von Früchten und Nektar ernähren.

So leben Fledermäuse

Fledermäuse sind nachtaktive Tiere. Nachdem sie den Tag in Bäumen, Dachgiebeln oder Höhlen schlafend verbracht haben gehen sie in der Abenddämmerung auf Beutefang. Im Sommer fressen sie sich eine dicke Speckschicht an, die sie unbeschadet durch den Winter bringt. Fledermäuse sind sehr treue Wesen. Das einst ausgewählte Sommerquartier behalten sie meist bei. Nach der Paarungszeit von Spätsommer bis Herbst wandern die Fledermäuse in ihre Winterquartiere, die oft mehrere 100 Kilometer von ihrer Sommerbehausung entfernt sein können. In Kirchtürmen und Ruinen findet man sie dann über die Wintermonate dann zu Hunderten aneinander gekuschelt.

Vorteile von Fledermäusen im Garten

Im Garten dezimieren die fleissigen Insektenjäger Pflaumen- und Apfelwickler, Eulenfalter, Stechmücken, Schmeissfliegen, Motten und viele andere Schädlinge. Leider haben chemische Pflanzenschutzmittel zur Folge, dass die Fledermäuse nicht ausreichend Nahrung finden und ihnen an vielen Orten die Lebensgrundlage entzogen wurde. Entdeckst du die Tiere jedoch in deinem Garten, so ist dies ein Zeichen für eine intakte Natur.

Lebensräume für Fledermäuse schaffen

Wenn du Fledermäuse in deinem Garten ansiedeln möchtest, solltest du den Garten insektenfreundlich und naturnah gestalten. Verzichte auf den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln. So findet der Nützling in deinem Garten eine gute Nahrungsgrundlage. Im Sommer benötigen Fledermäuse ausreichend Wasser. So machen sie beim Überflug gerne an einem Teich oder Gewässer Rast. Biete den nachtaktiven Wesen ausreichend Unterschlupfmöglichkeiten rund um das Haus oder im Schuppen. Fledermäuse finden sich nicht selten im Dachstuhl, hinter Fensterläden oder im Keller. Spezielle Fledermauskästen dienen den Flugkünstlern als willkommene Schlaf- und Nistplätze. Wusstest Du, dass Fledermauskot noch dazu ein hervorragender Gartendünger ist?

Vogelfreundlicher Garten

Gärten bieten viele Möglichkeiten, naturnahe Lebensräume für heimische Singvögel zu schaffen. Tipps für den perfekten Vogelgarten, wo sich Meisen, Spatzen, Rotkehlchen und Co. wohl fühlen.

Ein vogelfreundlicher Garten ist ein naturnaher Garten, der unterschiedliche Lebensräume bietet. Bereits kleine Schritte führen zum Erfolg. Etwa das Pflanzen von Wildstauden im Blumenbeet oder von heimischen Sträuchern in der Gehölzrabatte. Wichtig ist: Verzicht auf chemische Hilfsmittel, Teile des Rasens oder der Wiese nur noch zwei bis drei Mal im Jahr mähen, Blumenwiesen anlegen, Einheimische Gehölze in Gruppen pflanzen, Hochstamm-Obstbäume setzen.

Die richtigen Pflanzen für heimische Singvögel

Einheimische Pflanzen bieten Nahrung und Unterschlupf für heimische Vogelarten. Die besten Pflanzen für heimische Singvögel:

Wildapfel (Malus silvestris), Gemeine Felsenbirne (Amelanchier rotundifolia), Roter Hartriegel (Cornus sanguinea), Kornelkirsche (Cornus mas), Schwarze Heckenkirsche (Lonicera nigra), Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum), Waldgeissblatt (Lonicera periclymenum), Vogelkirsche (Prunus avium), Gemeine Traubenkirsche (Prunus padus), Schwarzdorn (Prunus spinosa), Gemeine Stechpalme (Ilex aquifolium), Gemeiner Wachholder (Juniperus communis), Schwarzer Holunder (Sambucus nigra), Wolliger Schneeball (Viburnum lantana), Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus), Hagebuche (Carpinus betulus), Efeu (Hedera helix), Faulbaum (Frangula alnus), Hasel (Corylus avellana).

Dichte einheimische Dornensträucher wie Wildrosen, Brombeeren oder Kletterpflanzen wie Clematis, das Gartengeissblatt (Lonicera caprifolium) oder Glyzinien sowie Obstbäume als Hochstämme und Sonnenblumen sind ebenfalls sehr wertvoll.

Bei der Pflanzenwahl gilt es auf den Standort wie Sonne, Halbschatten oder Schatten- und Höhenlage zu achten. Ebenso gilt es, die Ansprüche an den Boden zu berücksichtigen. Feucht, humusreich, sandig oder trocken.

Weissdorn und Vogelbeerbaum sind Wirtspflanzen des Feuerbrands, einer bakteriellen Krankheit, die Obstbäume zum Absterben bringt. Obwohl diese Arten für Vögel wertvoll sind, sollten diese in Obstbau-Gebieten im Garten nicht verwendet werden.

Mit Nistkästen wertvolle Brutplätze schaffen

Viele heimische Vogelarten leiden wegen der starken Besiedelung unter einem Mangel an natürlichen Höhlen. Nistkästen als Ersatz für natürliche Brutplätze können die Ansiedlung und den Fortbestand heimischer Vögel unterstützen. Dabei bieten sie Vögeln Schutz vor Raubtieren, Kälte, Hitze oder Regen. Die Art der Nistkästen und deren Platzierung richten sich dabei nach den Nistgewohnheiten der Vögel.

Höhlenbrüter wie Meisen, Sperlinge oder Kleiber benötigen einen Nistkasten mit einem kleinen Einflugloch. Während für die meisten Meisenarten ein Durchmesser von ca. 30 mm ausreicht, dürfen es bei Sperlingen bis 35 mm oder beim Kleiber bis 45 mm sein. Die Nistkästen sollten 2–3 m über dem Boden aufgehängt werden, am besten an einen Aststummel oder einem Seitenast, so dass er für Katzen und Marder möglichst schwer erreichbar ist. Die Einfluglöcher sind gegen Osten oder Südosten auszurichten und der Kasten sollte tagsüber im Schatten oder Halbschatten liegen.

Beim Halbhöhlenbrüter oder Nischenbrüter (Rotschwanz, Rotkehlchen, Grauschnäpper) eignen sich nach vorne offene Nisthilfen. Da diese anfälliger gegen Nesträuber sind, werden auch Nistkästen mit zwei ovalen Einfluglöchern oder mit vertikalen Holzstäben geschützte Konstruktionen eingesetzt. Für die Platzierung eignen sich ruhige Winkel unter Haus- oder Vordächern, Balken, Vorsprüngen und Balkonen. Die Stelle darf nicht dem ganztägigen Sonnenlicht ausgesetzt sein und muss für Katzen und Marder schwer zu erreichen sein.

Seglerarten (Mauersegler, Fahlsegler, Alpensegler) bevorzugen in der freien Natur Neststandorte in höher gelegenen, dunklen Hohlräumen mit der Möglichkeit eines direkten Anflugs. Entsprechend sollten Nistkästen auf einer Mindesthöhe von 3–6 m platziert werden. Gut eignen sich Dachvorsprünge oder überdachte Balkone.

Mauersegler brüten in Kolonien, deshalb sollten immer mehrere Nistkästen angebracht werden. Auch hier ist ein nicht der prallen Sonne, der Feuchtigkeit oder Kälte ausgesetzter Standort zu finden.

Nistkästen können bei der Vogelwarte, bei Vogelschutzvereinen, in verschiedenen Behindertenwerkstätten oder auch in Gartenbauzentren gekauft werden.

Im Februar sollten die Nistkästen platziert sein, damit sich die Vögel darin rechtzeitig zur Brutsaison einquartieren können. Mit einer Reinigung im Spätsommer lassen sich Schmutz und Parasiten entfernen.

Vögel im Winter füttern

Sobald eine geschlossene Schneedecke liegt, ist das Nahrungsangebot für Vögel stark vermindert. Dann kann mit Futterstationen nachgeholfen werden. So kommen Vögel gut durch den Winter.

Warum solltest Du Vögel im Winter füttern?

Vögel bereiten sich auf winterliche Temperaturen vor: Im Spätsommer wechseln sie ihr Kleid. Ein intaktes und isolierendes Federkleid ist für den Winter wichtig. Gegen die Kälte plustern sich die Vögel auf und versuchen, eine möglichst runde Körperhaltung einzunehmen. Dennoch: Je kälter die Winternacht, desto höher ist der Energieverbrauch und somit der Gewichtsverlust. Die Vögel müssen Nahrung für den Tagesbedarf finden und genügend Fettreserven für die Nacht anlegen. Buntspechte, Meisen und Kleiber suchen in Baumrindenspalten nach Insekten und Spinnen, die dort zu überwintern versuchen. Sie lieben aber auch verschiedenste Samen. Drosseln machen sich über Beeren und Obst her. Viele Vogelarten legen sich Vorräte in Verstecken an, der Eichelhäher zum Beispiel sammelt Eicheln. Lässt man verblühte Pflanzen wie Sonnenblumen und Karden stehen, können daran Distelfinken und Sumpfmeisen beobachtet werden. Sobald eine geschlossene Schneedecke liegt, ist das Samenangebot stark vermindert. Dann kann mit Futterstationen nachgeholfen werden.

Futterstationen für Vögel richtig anbringen

Ein geeigneter Standort zum Aufhängen oder Aufstellen von Futterstationen ist in der Nähe von Bäumen und Büschen. Sie dienen bei Gefahr als Zufluchtsstätten. Katzen lauern pickenden Vögeln gerne auf, das Futterhäuschen sollte im Radius von zwei Metern keine Möglichkeiten zum Anpirschen bieten. Einen genügenden Abstand zu Fensterfronten einhalten. Meisen, insbesondere Blaumeisen, hängen sich kopfüber an einen Futterknödel, sie sind bewundernswerte Akrobaten. Buchfinken, Grünfinken und Rotkehlchen können sich nicht so gut festkrallen und picken die Körner lieber im Stehen. Für diese Vogelarten eignen sich Vogelhäuschen. Das Futter sollte nicht nass werden. Deshalb darauf achten, dass die Futterstation mit einem Dach ausgestattet ist. Zudem sollten sich die Vögel nicht ins Futter setzen können (Verunreinigung durch Kot). Ist dies trotzdem der Fall, die Station mit heissem Wasser reinigen. Die Fütterung Ende Winter allmählich reduzieren. Freistehende Futterhäuschen mindestens 1,5 m bis 1,8 m hoch montieren. Abwärtsgerichtete Dornenzweige auf halber Höhe umbinden, sie schützen vor Mardern und Katzen.

Welches Vogelfutter eignet sich für welche Vogelart?

Je nach Vogelart unterscheidet man in der Nahrungsaufnahme grundsätzlich zwischen Körner-, Weich- und Gemischtfutter:

Körnerfresser wie Buchfink, Dompfaff und Spatz: Sie ernähren sich von Sonnenblumenkernen, Hanf-, Mohn-, Lein- und Distelsamen. Geschroteter Hafer, Weizen, Gerste, Roggen, Hirse oder Mais sind weniger beliebt. Gesammelte Samenkapseln von Vogelwicken, Kratzdisteln, Nachtkerzen, Wegerichgewächsen, Knöterich und Rispengräsern oder die Samen von Ahorn-, Linden-, Erlen- und Birkenbäumen in einem luftdurchlässigen Stoffbeutel sammeln und an einem warmen Platz, auf Zeitungspapier gestreut, trocknen lassen.

Weichfutter- und Insektenfresser wie Amsel, Rotkehlchen, Heckenbraunelle: Ihre Nahrung besteht aus Haferflocken, Rosinen und Obst, stark zerkleinerten Baum- und Haselnüssen, Fett und Quark. Das Fettfutter der Meisenringe besteht aus einem Gemisch tierischer und pflanzlicher Fette (Rinder- und Schweineschmalz, ohne Salz), welchen je nach Nahrungsbedarf feine Sämereien und grobe Körner beigegeben werden. Eine krümelige Weichfuttermasse lässt sich einfach selber herstellen: 200 g Hafer- oder andere Getreideflocken, 200 g Biskuit- oder Paniermehl, 150 g tiefgefrorene Wildbeeren aufgetaut, 100 g eingeweichte Rosinen oder Korinthen, 100 g Obst, vier hartgekochte, kleingeschnittene Eier. Alles mischen, die Mischung nur in 100-g-Portionen verabreichen. Reste einfrieren.

Gemischtfutter: Bestehend aus Samen und Hasel-, Wal- und Erdnüssen, Sonnenblumenkernen, Haferflocken und eiweisshaltigen Insekten wie Raupen.

Die handelsüblichen Freilandfuttermischungen enthalten Insektenanteile oder eiweissreiche Beimischungen in getrockneter oder konservierter Form. Bei diesen Mischungen sollte man auf das Ablaufdatum achten. Ebenfalls im Handel erhältlich sind Alleinfuttermischungen, ausgerichtet auf einzelne Vogelarten wie Finken, Meisen, Drosseln oder Zaunkönig.

Nutztiere im Garten halten

Hühner halten

Leckere, Frische Eeier aus dem eigenen Haushalt – das wünschen sich so manche Menschen. Doch privat Hühner zu halten, ist nicht nur anspruchsvoll, sondern auch mit zahlreichen Auflagen verbunden.
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Braunes Huhn im Garten vor Hühnerstall zur Hühnerhaltung in der Schweiz

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Ein Wachhund, der auch noch den Rasen mäht: Gänse zu halten, hat Vorteile. Die Tiere brauchen jedoch sehr viel Platz sowie Zugang zu einem Schwimmteich. 
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