Zwei Ansätze für die energetische Sanierung
Doch welche Möglichkeiten gibt es, und wie unterscheiden sie sich in ihrer Wirkung?
Fachleute unterscheiden zwei grundlegende Strategien, mit denen Wohneigentümerinnen und -eigentümer den Status ihrer Immobilie verbessern können:
1. Gesamtsanierung
Diese Variante umfasst nicht nur den Austausch der Heizungsanlage durch ein nachhaltiges System, wie beispielsweise eine Wärmepumpe, sondern auch umfassende bauliche Massnahmen an der Gebäudehülle. Dazu gehören unter anderem neue Fenster und eine bessere Isolation von Dach und Fassade. Diese Sanierungen führen zu einer deutlichen Verbesserung der Energieeffizienz und steigern den Wert der Immobilie spürbar.
Ein Beispiel veranschaulicht die Wirkung: Ein Einfamilienhaus aus dem Jahr 1989 in Uzwil mit 170 m² wurde umfassend saniert. Die Kosten für eine neue Heizung und Dämmung beliefen sich auf 258'000 Franken. Dank Fördergeldern und Steuerersparnissen wurden die Ausgaben um rund 22 Prozent reduziert. Das sanierte Haus wies nach den Arbeiten einen Mehrwert von 129’000 Franken auf. Zwar übersteigen die Kosten den direkten Wertzuwachs, doch langfristig machen sich die niedrigeren Energiekosten von rund 68'000 Franken positiv bemerkbar. Und früher oder später sind die technischen Verbesserungen am Gebäude unumgänglich.
2. Teilsanierung, zum Beispiel Heizungsersatz
Für Wohneigentümerinnen und -eigentümer, die nicht gleich in grösserem Umfang investieren können oder wollen, kann beispielsweise auch der Austausch der bestehenden Öl-, Gas- oder Elektroheizung durch ein nachhaltiges System wie eine Wärmepumpe, Fernwärme oder eine Holzheizung im Rahmen einer Teilsanierung einen wesentlichen Mehrwert bieten. Obwohl keine zusätzlichen Dämmmassnahmen vorgenommen werden, hat der Ersatz einen erheblichen Einfluss auf die CO₂-Bilanz. Mit dem Wechsel auf erneuerbare Energie wird ein wesentliches Ziel erreicht: die unverzügliche Reduktion schädlicher Treibhausgase durch den Betrieb der Heizung und gleichzeitig eine Reduktion der Energiekosten.
Marco Schmid fasst den Nutzen dieser Strategie treffend zusammen:
«Ein Heizungsersatz bietet oft ein vorteilhaftes Kosten-Nutzen-Verhältnis. Zwar bleibt der Wärmebedarf ohne zusätzliche Dämmungen gleich, doch gerade das Verhältnis von Investition zu Marktwertsteigerung ist in vielen Fällen attraktiv. Zudem ist der Endenergieverbrauch tiefer, da eine Wärmepumpe einen deutlich höheren Wirkungsgrad hat als eine Ölheizung.»
Insbesondere in familienfreundlichen Regionen mit mittlerem Preisniveau kann diese Variante eine ökonomische und pragmatische Lösung sein, ohne allzu hohe Gesamtinvestitionen.
Dennoch solltest du dir vor der Umsetzung von Einzelmassnahmen immer zuerst einen Gesamtüberblick über den energetischen Zustand deines Zuhauses verschaffen. Ein Gebäudeenergieausweis (GEAK) kann dir hier weiterhelfen.