Kann man eine Immobilie schon zu Lebzeiten an die Nachkommen vererben? Was muss man dabei beachten?
Ja, das ist grundsätzlich möglich. Die Frage, ob man eine Immobilie schon zu Lebzeiten vererben kann, ist aber technisch gesehen etwas ungenau gestellt. Eigentlich geht es mehr darum, ob man eine Immobilie bereits zu Lebzeiten weitergeben kann – oder zu Lebzeiten festlegt, dass sie später vererbt werden soll. In der Praxis geschieht eine solche Übergabe meist noch zu Lebzeiten, und dann handelt es sich um eine Schenkung.
Dabei muss man allerdings einige Dinge beachten. Zunächst sind es steuerrechtliche Fragen: Wie hoch ist der Wert der Schenkung? Gibt es eine Gegenleistung? Man darf nicht vergessen, dass viele Liegenschaften mit einer Hypothek belastet sind. Wenn also jemand eine Immobilie übernimmt und damit auch die Hypothek, dann ist diese Hypothekenübernahme eine Gegenleistung. Dann stellt sich die Frage, ob das steuerlich noch als Schenkung oder bereits als Verkauf gilt. In den verschiedenen Kantonen gelten dazu unterschiedliche Regelungen.
In Zürich zum Beispiel gilt etwas nur dann als Schenkung, wenn mindestens 25 Prozent des Verkehrswerts tatsächlich verschenkt werden. Ist die Hypothek beispielsweise bei 80 Prozent des Werts, dann gilt die Übergabe steuerlich als Verkauf – und das löst die Grundstückgewinnsteuer aus. Gegenüber Nachkommen möchte man aber, dass es steuerlich als Schenkung gilt, weil Nachkommen in fast allen Kantonen keine Schenkungssteuer zahlen müssen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Ausgleich unter den Erbinnen und Erben. Wenn eine Immobilie einem von mehreren Kindern geschenkt wird, muss man das vom Gesetz her später bei der Erbteilung ausgleichen. Es ist sinnvoll, wenn Geschwister mitwirken und gemeinsam ein Wert festgelegt wird, der später angerechnet werden muss. Denn die Immobilienpreise sind in manchen Zeiten stark gestiegen – das kann dazu führen, dass eine grosse Differenz entsteht, die später ausgeglichen werden muss. Bewertung, Steuern und die Gleichbehandlung von Kindern spielen hier also eine grosse Rolle.